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Neues VAE Zivilgesetz 2026: Was deutsche Gründer und Expats vor dem 1. Juni wissen müssen

  • 22. Mai
  • 9 Min. Lesezeit
Dunkelblaues Buch mit dem Titel "UAE Civil Code 2026" auf einem Holztisch vor einer unscharfen Skyline bei Nacht.
Federal Decree-Law 25/2025 ersetzt das VAE Vertragsrecht erstmals seit 40 Jahren. Das Neues Zivilgesetz VAE 2026 tritt am 1. Juni in Kraft.

Das Neues Zivilgesetz VAE 2026 tritt am 1. Juni 2026 in Kraft und ersetzt das Bundesgesetz 5 von 1985 durch das Federal Decree-Law 25/2025. Es ist die größte Reform des emiratischen Vertrags- und Schuldrechts seit 40 Jahren, und jeder deutsche Gründer, jede Führungskraft und jeder Expat in den VAE braucht vor dem Stichtag einen klaren Plan. Das neue Gesetz führt eine allgemeine Pflicht zur Wahrung von Treu und Glauben ein, schreibt eine vorvertragliche Aufklärungspflicht vor, anerkennt elektronische Vertragsschlüsse ausdrücklich, stärkt die richterliche Befugnis zur Anpassung unausgewogener Verträge, erweitert die Rechtswahlfreiheit und senkt das Volljährigkeitsalter. Lieferantenverträge, Gesellschaftervereinbarungen, Arbeitsverträge und NDAs sollten alle einer Prüfung unterzogen werden.

Dieser Leitfaden geht die acht wichtigsten Änderungen für DACH-Unternehmer in Dubai durch und schließt mit einer 90-Tage-Checkliste, die Sie an Ihren Rechtsbeistand weitergeben können.

Warum das Neues Zivilgesetz VAE 2026 jetzt zählt

Das bisherige Bundesgesetz über zivilrechtliche Transaktionen stammt aus dem Jahr 1985 und zeigte deutlich sein Alter. Jahrzehnte digitalen Handels, grenzüberschreitender Transaktionen und moderner Bankpraxis waren über die Drafting-Logik der 1980er Jahre hinausgewachsen. Das Federal Decree-Law 25/2025 wurde Ende 2025 im offiziellen Bundesanzeiger veröffentlicht, und das u.ae Bundesportal nennt den 1. Juni 2026 als Stichtag. Für Unternehmen auf dem VAE-Festland bleibt damit ein Quartal Zeit für die Überarbeitung bestehender Vertragsunterlagen.

Für deutschsprachige Gründer ist das Timing besonders relevant. Viele DACH-Unternehmer nutzen VAE-Mainland-Strukturen kombiniert mit DACH-Muttergesellschaften, deutschsprachigen Arbeitsverträgen und NDA-Vorlagen aus dem europäischen Deal-Flow. Etliche dieser Vorlagen enthalten Klauseln, die das neue Gesetz anders behandelt. Die Deutsch-Emiratische Auslandshandelskammer (AHK) hat die Reform bereits als Schwerpunktthema der Frühjahrs-Briefings 2026 markiert.

Die gute Nachricht: Mit dem Decree-Law 25/2025 entsteht ein neues VAE Vertragsrecht 2026, das sich im Geist deutlich stärker an civil-law-Systeme annähert, die deutschen, österreichischen und Schweizer Juristen vertraut sind. Der Übergang ist also weniger eine Frage neuer materieller Konzepte als vielmehr ein Re-Papering bestehender Vereinbarungen.

Was sich unter Federal Decree-Law 25/2025 ändert

Als neues VAE Vertragsrecht 2026 aktualisiert die Reform rund 250 Artikel. Die meisten Änderungen sind Klarstellungen, aber acht materielle Verschiebungen betreffen nahezu jeden operativen Vertrag.

1. Treu und Glauben über den gesamten Vertragslebenszyklus

Artikel 121 des UAE Civil Transactions Law verlangt nun eine allgemeine Pflicht zur Wahrung von Treu und Glauben in Verhandlung, Durchführung und Beendigung. Bisher galt der Grundsatz primär in der Durchführungsphase. Ab dem 1. Juni 2026 kann der Abbruch fortgeschrittener Verhandlungen ohne nachvollziehbaren Grund eine Haftung für die Aufwendungen der Gegenseite auslösen, und eine abrupte Kündigung langjähriger Lieferantenbeziehungen ist auch dann angreifbar, wenn der Vertrag eine Kündigung mit Frist erlaubt.

2. Vorvertragliche Aufklärungspflicht für wesentliche und entscheidungserhebliche Informationen

Die Parteien müssen nun wesentliche und entscheidungserhebliche Informationen teilen, die die Gegenseite nicht in zumutbarer Weise selbst erlangen kann. Diese Pflicht ist unabdingbar. Eine Klausel wie „Jede Partei hat eigene Due Diligence durchgeführt und verzichtet auf vorvertragliche Ansprüche" überlagert die gesetzliche Pflicht nicht mehr. Für DACH-Gründer ist das der wichtigste Punkt: die Regelung spiegelt Aspekte von § 311 Abs. 2 BGB wider, ist nun aber im VAE-Bundesrecht hart kodifiziert.

3. Elektronische Kommunikation, konkludente Annahme, Rahmenverträge

Das Neues Zivilgesetz VAE 2026 anerkennt ausdrücklich, dass Verträge durch elektronischen Austausch zustande kommen können, dass eine Annahme aus dem Verhalten abgeleitet werden kann und dass Rahmenverträge auch dann wirksam sind, wenn einzelne Abrufdetails später ergänzt werden. Zwei praktische Folgen: ein klarer WhatsApp-Austausch kann ein Unternehmen binden, und eine fortgesetzte Geschäftspraxis unter einem abgelaufenen Rahmenvertrag ist schwerer zu widerrufen.

4. Klarere Abgrenzung zwischen verbindlichem Angebot und invitatio ad offerendum

Werbung, Kataloge und Preislisten gelten als invitatio ad offerendum, nicht als verbindliches Angebot, sofern der Wortlaut nicht eindeutig etwas anderes sagt. Das schützt E-Commerce-Anbieter vor versehentlicher Bindung an Niedrigpreise und harmonisiert die VAE-Lösung mit dem Schaufensterauslagen-Grundsatz, den deutsche Gründer aus dem BGB kennen.

5. Stärkere richterliche Befugnis zur Aufhebung oder Anpassung manifest unausgewogener Verträge

Gerichte können einen Vertrag nun aufheben oder anpassen, wenn ein offenkundiges wirtschaftliches Ungleichgewicht vorliegt und eine Partei die Schwäche, Unerfahrenheit oder Notlage der anderen ausgenutzt hat. Die Hürde ist hoch, doch Adhäsionsverträge, Notverkäufe von Forderungen und bestimmte Gründer-Investor-Konstellationen sind angreifbar, wenn aggressiv formuliert.

6. Rechtswahlfreiheit unter Artikel 19

Der neue Artikel 19 räumt den Vertragsparteien Freiheit bei der Wahl des anwendbaren Rechts ein, sofern die Wahl nicht gegen den ordre public der VAE verstößt. Wird keine Wahl getroffen, gilt die Kaskade: gemeinsamer Wohnsitz, dann Erfüllungsort, dann Vertragsabschlussort. Das ist relevant für Gründer, die ein VAE-Unternehmen unter einem deutschem Recht unterstellten Rahmenvertrag betreiben, und passt zur Planungslogik des Doppelbesteuerungsabkommens Deutschland-VAE bei grenzüberschreitenden Strukturen.

7. Volljährigkeit sinkt von 21 Mondjahren auf 18 gregorianische Jahre

Das Federal Decree-Law 25/2025 setzt die Volljährigkeit auf 18 gregorianische Jahre fest (statt bisher 21 Mondjahre, etwa 20,4 gregorianische Jahre). Minderjährige ab 15 Jahren können zudem durch Gericht oder Vormund zur Verwaltung bestimmter Vermögenswerte ermächtigt werden. Das Ministerium für Humanressourcen und Emiratisierung und andere Bundesbehörden haben die nachgelagerten Vorschriften an die neue Schwelle angepasst. Gründer mit volljährigen Kindern, die in den VAE einen Arbeitsvertrag unterschreiben, eine Wohnung anmieten oder Anteile halten sollen, müssen Dokumente, die auf 21 Jahre Bezug nahmen, überarbeiten.

8. Vorlagenprüfungs-Checkliste für die Übergangsphase

Jede Standardvorlage Ihres Unternehmens braucht eine Prüfung vor dem 1. Juni 2026. Die Prioritätenliste:

  • Rahmenverträge mit Lieferanten und Dienstleistern (Treu und Glauben, Aufklärungspflicht, Rahmenvertragsanerkennung)

  • NDAs und Term Sheets (Aufklärungspflicht, Haftung beim Verhandlungsabbruch)

  • Arbeitsverträge und Mitarbeiterhandbücher (Volljährigkeit, konkludente Annahme)

  • Gesellschaftervereinbarungen und SPAs (Rechtswahl, Risiko bei Minderheitenschutz-Klauseln)

  • M&A-Reps-and-Warranties-Pakete (Verzichtsklauseln sind schwächer als zuvor)

  • AGB für E-Commerce (Abgrenzung Angebot vs. invitatio ad offerendum)

Vorvertragliche Aufklärungspflicht und Treu-und-Glauben-Verhandlung

Die Pflicht zur Wahrung von Treu und Glauben und die Aufklärungspflicht sind die beiden Änderungen, die DACH-Gründer als Erstes verinnerlichen sollten, weil sie der Vertragsschluss-Phase vorgelagert sind und damit auch Vereinbarungen treffen, die Sie noch als „unverbindlich" einstufen.

Nach Artikel 121 gilt die Pflicht in Verhandlung, Durchführung und Beendigung. In der Praxis ändern sich drei Verhaltensweisen. Erstens schützt ein Term-Sheet-Versand mit dem Vermerk „unverbindlich" nicht mehr umfassend gegen die Haftung für nachvollziehbare Aufwendungen der Gegenseite, wenn Sie den Deal ohne Erklärung abbrechen. Zweitens können Lieferanten, die wirtschaftlich von Ihrer Einkaufsbeziehung abhängig sind, eine abrupte Beendigung in manchen Fällen als Pflichtverletzung behandeln, auch wenn der Rahmenvertrag eine Kündigung mit 30 Tagen Frist erlaubt. Drittens ist im Recruiting der Rückzug einer mündlich gegebenen Zusage nach Kündigung der bisherigen Stelle des Kandidaten nun riskanter.

Die Aufklärungspflicht reicht weiter. Die informationell stärkere Partei muss teilen, was für die Entscheidung der Gegenseite wesentlich und entscheidungserheblich ist und was die Gegenseite nicht zumutbar selbst beschaffen kann. Ein Verzicht im Vertrag heilt die Lücke nicht. Die Analyse von PwC Middle East empfiehlt, einen ausdrücklichen Anhang „Bereitgestellte Informationen" in materielle Verträge aufzunehmen, damit dokumentiert ist, was zu welchem Zeitpunkt offengelegt wurde. Praktischer erster Schritt: eine einseitige Checkliste für Einkauf, Vertrieb und HR, die definiert, was im jeweiligen Deal als wesentlich gilt.

Für deutsche Gründer ist § 311 Abs. 2 BGB (culpa in contrahendo) die nächste Analogie. Das Konzept ist Ihnen nicht neu. Neu ist, dass die VAE eine klare Version davon im Gesetz kodifiziert haben, ohne Verzichts-Schlupfloch.

Elektronische Annahme und Rahmenverträge

Die Reform formalisiert, was grenzüberschreitender Deal-Flow seit Jahren praktiziert. Drei Punkte sind zu beachten.

Ein WhatsApp-Austausch, ein E-Mail-Verlauf oder eine DocuSign-Annahme kann nun einen verbindlichen Vertrag schließen, gleich einem unterschriebenen Papierdokument, sofern Angebot, Annahme und Rechtsbindungswille vorliegen. Schulen Sie Vertrieb, Einkauf und HR darauf, informelle Kanäle mit derselben Sorgfalt zu behandeln wie ein unterzeichnetes Schreiben, insbesondere wenn Preis, Leistungsumfang oder Kündigung besprochen werden.

Die Annahme kann sich aus dem Verhalten ergeben. Wer mit der Erbringung der vorgeschlagenen Leistung beginnt, ohne eine formale Annahmeerklärung abzugeben, kann gebunden sein, und ebenso können Sie gebunden sein, wenn Sie das Ergebnis abnehmen. Im B2B-Einkauf ist das nützlich, in Beschäftigungs- und Beratungskontexten heikel, weil unbezahlte Probephasen schnell in eine vergütungspflichtige Tätigkeit kippen.

Rahmenverträge mit späterer Konkretisierung sind ausdrücklich wirksam. Ein Master Services Agreement mit Ratenkarten und SLAs überdauert auch, wenn die einzelne Statement of Work nicht gegengezeichnet ist. Das betrifft besonders Tech-Service-Exporteure mit mehrstufigen VAE-Pipelines, bei denen Rahmenverträge mit Ratenkarten häufig sechsstelliges Jahresvolumen tragen, ohne dass jede einzelne SOW unterschrieben ist.

Richterliche Anpassung unausgewogener Verträge und Rechtswahl

Zwei Verbesserungen, die die Drafting-Strategie für Gründer-Investor-Transaktionen verändern.

Gerichte können einen Vertrag aufheben oder anpassen, wenn ein offenkundiges wirtschaftliches Ungleichgewicht besteht und eine Partei die Schwäche, Unerfahrenheit oder Notlage der anderen ausgenutzt hat. In civil-law-Systemen ist die Doktrin als „laesio enormis" oder „grobes Missverhältnis" bekannt. Die Hürde ist hoch: gewöhnliche Geschäftsabschlüsse sind sicher. Aber aggressive Liquidation Preferences, übermäßige Wettbewerbsverbote und einseitige Bürgschaftsregelungen sind nun stärker angreifbar. Die ersten Entscheidungen der VAE-Bundesgerichte werden hier prägend sein.

Artikel 19 erweitert die Rechtswahlfreiheit. Die Parteien können das anwendbare Recht wählen, mit der Einschränkung, dass die Wahl nicht gegen den ordre public der VAE verstößt (etwa keine Umgehung schariarechtlich vorgegebener Erbpositionen oder bestimmter VAE-Verbraucherschutzregeln im B2C). Ohne ausdrückliche Wahl gilt die Kaskade: gemeinsamer Wohnsitz, dann Erfüllungsort, dann Vertragsabschlussort. Für einen deutschen Gründer mit einer Dubai-Mainland-Gesellschaft heißt das: ein Master Agreement deutscher Rechtsordnung zwischen DACH-Mutter und VAE-Service-Gesellschaft steht auf festerem Fundament, und die Kaskade gibt eine vorhersehbare Antwort, falls Dokumente schweigen.

Volljährigkeit sinkt auf 18 gregorianische Jahre: wer betroffen ist

Das Neues Zivilgesetz VAE 2026 setzt die Volljährigkeit auf 18 gregorianische Jahre fest und ersetzt damit die bisherige 21-Mondjahre-Schwelle (umgerechnet rund 20,4 gregorianische Jahre). Die Anpassung gleicht die VAE an die meisten OECD-Rechtsordnungen einschließlich Deutschland, Österreich und der Schweiz an.

Wer ist in der Praxis betroffen. Erstens: erwachsene Kinder von Expats im Alter von 18 bis 20 können nun eigenständig Mietverträge, Arbeitsverträge, Anteilsübertragungen und die meisten gewöhnlichen Handelsverträge unterzeichnen. Zweitens: Minderjährige im Alter von 15 bis 17 können durch Vormund oder Gericht zur Verwaltung bestimmter Vermögenswerte ermächtigt werden, einschließlich des Betriebs eines kleinen Unternehmens oder des Haltens von Anteilen an einer Familiengesellschaft. Drittens: Dokumente, die ausdrücklich auf „21 Mondjahre" Bezug nahmen (ältere Anteilsverpfändungen, ältere Treuhandverträge, ältere Erbschaftsvorlagen) sollten überarbeitet werden, weil die zugrunde liegende Definition sich verschoben hat.

Für DACH-Gründer ist das überwiegend eine sinnvolle Vereinfachung. Nachlassplanung, Heiratsplanung für volljährige Kinder und Anteilsallokation an die nächste Generation benötigen die Zwei-Jahres-Pufferzone der alten Regelung nicht mehr. Wenn Sie eine Eheschließung in Dubai als Deutscher prüfen oder eine Erbschaftsplanung in Dubai durchgehen, ersetzt die neue 18-Jahres-Linie die älteren 21-Jahres-Bezugspunkte in jedem nachgelagerten Dokument.

Ihre 90-Tage-Übergangscheckliste

Die Reform tritt am 1. Juni 2026 in Kraft. Die saubere Aufteilung ist eine Drei-Phasen-Planung.

Tag minus 30 bis 0 (der Sprint vor Inkrafttreten, Mai 2026). Ein neues VAE Vertragsrecht 2026 verlangt eine Inventur jeder Vorlage Ihres Unternehmens: Lieferanten-MSA, Einkaufsvertrag, NDA, Term Sheet, Arbeitsvertrag, Mitarbeiterhandbuch, Gesellschaftervereinbarung, SPA, R&W-Paket, AGB für E-Commerce, Mietvertragsvorlage bei Untervermietung. Markieren Sie für jede Klauseln zu Treu und Glauben in der Verhandlung, Verzicht auf vorvertragliche Ansprüche, elektronische Annahme, Rahmen-Abrufe, manifest unausgewogene Verhältnisse, Rechtswahl sowie alle Verweise auf „21 Mondjahre" oder „Volljährigkeit".

Tag 1 bis 30 (Audit, Juni 2026). Ein Anwalt oder qualifizierter In-House-Counsel prüft jede markierte Vorlage gegen das neue Gesetz. Identifizieren Sie, welche Klauseln unverändert bleiben, welche aufgefrischt werden müssen und welche neu zu fassen sind. Aktualisieren Sie Ihre Standard-Verzichtsformulierungen, Ihre „Information Provided"-Anhänge und Ihre Kündigungsprozeduren. Trainieren Sie Einkauf, Vertrieb und HR auf die neue Aufklärungserwartung.

Tag 31 bis 60 (Rebuild, Juli 2026). Die überarbeiteten Vorlagen wandern in Ihr Contract-Management-System. Aktualisieren Sie CLM-Playbooks, Standard-Verhandlungspositionen und interne Trainingsdokumente. Wenn Sie VAE-arbeitsrechtskonforme Arbeitsverträge nutzen, aktualisieren Sie die Verweise auf Volljährigkeit und vorvertragliche Aufklärungspflichten im Einstellungsprozess.

Tag 61 bis 90 (Teams schulen, August 2026). Workshop mit den Team-Leads. Drei Risikofelder im Fokus: Verhandlungsabbruch (Artikel 121), Teilen wesentlicher Informationen in der Vor-Deal-Phase, und Akzeptanz elektronischen Verhaltens als bindend. Aktualisieren Sie Immobilien- und Visaprozesse, falls diese die ältere Altersschwelle referenzierten, besonders relevant beim Dubai Property Investor Visa für ein volljähriges Kind, das in die VAE einreist.

Bis Tag 90 sollten Sie über saubere Vorlagen, ein geschultes Team und eine zeitgleiche Dokumentation der Änderungen verfügen. Diese Dokumentation ist selbst schützend, weil sie nachweist, dass Sie sich nach Treu und Glauben um Compliance bemüht haben.

Wenn Sie einen Partner für den Vorlagen-Review-Pass suchen, kontaktieren Sie START für eine kostenlose Beratung und wir gehen Ihre Standardverträge gemeinsam mit Ihrem Rechtsberater durch.

FAQ

Wann tritt das Neues Zivilgesetz VAE 2026 in Kraft?

Das Neues Zivilgesetz VAE 2026, formal Federal Decree-Law 25/2025, tritt am 1. Juni 2026 in Kraft und ersetzt das Bundesgesetz 5 von 1985. Es ist die größte Reform des VAE-Vertrags- und Schuldrechts seit 40 Jahren und modernisiert die Regeln zu Treu und Glauben, vorvertraglicher Aufklärung, elektronischer Annahme und Volljährigkeit. Vor dem 1. Juni 2026 geschlossene Verträge unterliegen grundsätzlich weiterhin dem alten Recht, doch Durchführung, Verhalten und Verlängerungen nach diesem Datum werden am neuen Rahmen gemessen. Die Veröffentlichung im Amtsblatt bestätigt das Inkrafttreten.

Was ist die neue Volljährigkeit nach dem UAE Civil Transactions Law?

Die neue Volljährigkeit in den VAE liegt bei 18 gregorianischen Jahren, was die bisherige Schwelle von 21 Mondjahren (rund 20,4 gregorianische Jahre) ersetzt. Die Änderung gilt ab dem 1. Juni 2026 und bedeutet, dass volljährige Kinder ab 18 Jahren Mietverträge, Arbeitsverträge, Anteilsübertragungen und die meisten gewöhnlichen Handelsverträge ohne Zustimmung eines Vormunds unterzeichnen können. Minderjährige ab 15 Jahren können zudem durch Gericht oder Vormund zur Verwaltung bestimmter Vermögenswerte ermächtigt werden, einschließlich des Betriebs eines Familienunternehmens.

Verlangt Federal Decree-Law 25/2025 eine vorvertragliche Aufklärung?

Federal Decree-Law 25/2025 führt eine zwingende vorvertragliche Aufklärungspflicht für wesentliche und entscheidungserhebliche Informationen ein, die die Gegenseite nicht zumutbar selbst erlangen kann. Die Pflicht ist unabdingbar, das heißt eine Standardklausel wie „Jede Partei hat eigene Due Diligence durchgeführt" überlagert die gesetzliche Vorgabe nicht mehr. In der Praxis sollten DACH-Gründer einen Anhang „Bereitgestellte Informationen" in materielle Verträge aufnehmen und Vertrieb, Einkauf sowie HR darauf trainieren, festzuhalten, was in welcher Verhandlungsphase geteilt wurde.

Kann ich deutsches Recht in einem Vertrag mit einer VAE-Partei wählen?

Deutsches Recht in einem Vertrag mit einer VAE-Partei können Sie nach Artikel 19 des UAE Civil Transactions Law wählen, sofern die Wahl nicht gegen den ordre public der VAE verstößt. Die Ausnahmen umfassen schariarechtlich vorgegebene Erbpositionen und bestimmte VAE-Verbraucherschutzregeln im B2C. Wenn keine Wahl getroffen wird, gilt die Default-Kaskade: gemeinsamer Wohnsitz der Parteien, dann Erfüllungsort, dann Vertragsabschlussort. Für einen deutschen Gründer mit einer Dubai-Mainland-Gesellschaft steht ein Master Agreement deutscher Rechtsordnung mit der DACH-Mutter nun auf festerem Fundament.

Müssen bestehende Verträge vor dem 1. Juni 2026 neu papiert werden?

Bestehende Verträge müssen nicht alle vor dem 1. Juni 2026 neu papiert werden, doch die wichtigsten Vorlagen sollten im Mai-Sprint 2026 überprüft werden. Die Prioritätenliste umfasst Lieferanten- und Dienstleister-Rahmenverträge, NDAs und Term Sheets, Arbeitsverträge und Mitarbeiterhandbücher, Gesellschaftervereinbarungen und SPAs, M&A-Reps-and-Warranties sowie AGB für E-Commerce. Vor dem 1. Juni 2026 geschlossene Verträge unterliegen für vergangene Erfüllung grundsätzlich dem alten Recht, doch Verlängerungen, Verhalten und Beendigungen nach diesem Datum werden am neuen Rahmen gemessen.

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