Rote Steuerbarriere zwischen deutscher und Dubai-Skyline mit Lederkoffer als Symbol der Wegzugsbesteuerung 2026.
Die Reform der Wegzugsbesteuerung 2026 ist die rote Wand, um die jeder deutsche Gründer vor dem Umzug nach Dubai herumplanen muss.

Dies ist keine Steuerberatung. Es ist ein strukturiertes Briefing für Gründer, die vor dem Gespräch mit dem Steuerberater bereits wissen, worum es geht.

Was die Wegzugsbesteuerung konkret ist

§ 6 AStG Prüfschema: Greift die Wegzugsbesteuerung 2026?
Entscheidungspfad für Gründer, die einen Umzug von Deutschland nach Dubai planen. Quelle: § 6 AStG, geltende Fassung.
SCHRITT 1
Waren Sie in den letzten zwölf Jahren mindestens sieben Jahre unbeschränkt steuerpflichtig?
Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt in Deutschland nach §§ 8 und 9 AO. Die Vorbesitzzeit steht in § 6 Abs. 2 AStG.
↓
SCHRITT 2
Halten Sie mindestens 1 % an einer Kapitalgesellschaft?
GmbH, AG, SE oder ausländisches Äquivalent, innerhalb der letzten 5 Jahre. Direkt oder mittelbar.
↓
SCHRITT 3
Endet mit dem Wegzug Ihre unbeschränkte deutsche Steuerpflicht?
Ein Umzug in einen Drittstaat wie die VAE beendet sie in der Regel, sofern keine wesentliche deutsche Anbindung bleibt.
Alle drei JA§ 6 AStG greift. Fiktiver Veräußerungsgewinn, Teileinkünfteverfahren (60 %), persönlicher Spitzensteuersatz. Auf Antrag sieben gleiche Jahresraten, zinsfrei, in der Regel gegen Sicherheitsleistung. Für EU-Wegzug und VAE gelten dieselben Bedingungen.
Ein NEIN§ 6 AStG greift bei diesem Wegzug nicht. Andere deutsche Steuerregeln zu Anteilen, Immobilien und Dividenden bleiben anwendbar.

Vereinfacht gesagt: Wenn Sie innerhalb der letzten zwölf Jahre mindestens sieben Jahre in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig waren und zu mindestens 1 % an einer Kapitalgesellschaft beteiligt sind (innerhalb der letzten fünf Jahre zu irgendeinem Zeitpunkt), und Sie durch den Umzug ins Ausland Ihre unbeschränkte Steuerpflicht aufgeben, fingiert das Finanzamt einen Verkauf Ihrer Anteile am Tag des Wegzugs. Der fiktive Veräußerungsgewinn wird besteuert, als hätten Sie die Anteile tatsächlich verkauft.

Sie haben nichts verkauft. Sie halten jede Aktie weiterhin. Trotzdem wird der Umzug selbst als Veräußerungsvorgang behandelt.

Die Tatbestandsmerkmale des § 6 AStG

  • Beteiligungsschwelle: mindestens 1 % an einer in- oder ausländischen Kapitalgesellschaft, innerhalb der letzten fünf Jahre
  • Vorbesitzzeit: mindestens sieben Jahre unbeschränkte Steuerpflicht innerhalb der letzten zwölf Jahre, § 6 Abs. 2 AStG. Darunter greift die Vorschrift gar nicht
  • Wegzugstatbestand: Aufgabe der unbeschränkten Steuerpflicht in Deutschland
  • Bemessungsgrundlage: Differenz zwischen dem gemeinen Wert der Anteile am Wegzugstag und den historischen Anschaffungskosten
  • Steuersatz: Teileinkünfteverfahren, 60 % des Gewinns sind steuerpflichtig, zum persönlichen Spitzensteuersatz (bis 45 %) zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer

Ein Gründer, der eine GmbH im Wert von 10 Millionen Euro von null aufgebaut hat, sieht sich einem fiktiven Gewinn von 10 Millionen Euro gegenüber, von denen 6 Millionen in die Bemessungsgrundlage eingehen. Die effektive Steuer liegt nördlich von 2,5 Millionen Euro. Fällig beim Wegzug. Vor jedem echten Liquiditätsereignis.

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Was im Gesetz zur Zahlung wirklich steht

Deutschland, § 6 AStG

Was im Netz steht, und was im Gesetz steht

Acht Behauptungen, die deutschen Gründern bei der Dubai-Planung in den Suchergebnissen begegnen, gegen den geltenden Gesetzestext gehalten. Stand 12. September 2026.

Häufig behauptetWas das Gesetz tatsächlich regelt
Eine Reform 2026 kürzte die Ratenzahlung auf fünf Jahre und zog die Zahlungen vor Sieben gleiche Jahresraten auf Antrag§ 6 Abs. 4 Satz 1 AStG. Zum Januar 2026 trat keine Reform in Kraft
Die Raten werden jetzt zu einem höheren Referenzzins verzinst Gar keine Zinsen: "Die Jahresraten sind nicht zu verzinsen"§ 6 Abs. 4 Satz 4 AStG
Drittstaaten wie die VAE bekommen schlechtere Zahlungsbedingungen als EU-Wegzügler Die Ratenregelung unterscheidet nicht zwischen EU und DrittstaatDubai und Wien laufen auf identischen Bedingungen
Wegzügler in die EU und den EWR haben weiterhin die unbefristete, zinsfreie Stundung Diese Stundung ist mit Wirkung ab 2022 entfallenATAD-Umsetzungsgesetz, nicht eine Reform 2026
Das Rückkehrfenster wurde 2026 verengt Weiterhin sieben Jahre, auf Antrag um bis zu fünf weitere verlängerbar§ 6 Abs. 3 AStG
Man muss belegen, dass der Wegzug von Anfang an vorübergehend geplant war Die nur vorübergehende Abwesenheit ist unabhängig von einer Rückkehrabsicht erfülltBFH, Urteil vom 21. Dezember 2022, I R 55/19
Eine Beteiligung von 1 % reicht aus, um erfasst zu sein Dazu kommt die Vorbesitzzeit: sieben der letzten zwölf Jahre unbeschränkt steuerpflichtig§ 6 Abs. 2 AStG
Erfasst sind nur Anteile an Kapitalgesellschaften Seit 2025 auch Investmentfondsanteile, ab 1 % oder 500.000 Euro Anschaffungskosten§ 19 Abs. 3 InvStG

Quellen: geltende Fassung von § 6 AStG und § 19 InvStG auf gesetze-im-internet.de sowie das BFH-Urteil I R 55/19. Allgemeine Information, keine Steuerberatung.

Viele Seiten behaupten, eine Reform 2026 habe den Zahlungszeitraum auf fünf Jahre gekürzt und Zinsen eingeführt. Im Gesetz steht das nicht. § 6 AStG wurde zuletzt durch das ATAD-Umsetzungsgesetz neu gefasst, anwendbar seit 2022, und ab 2025 auf Investmentfondsanteile ausgeweitet. Der geltende Text, Punkt für Punkt.

Die Ratenzahlung läuft über sieben Jahre, nicht über fünf

Auf Antrag kann die festgesetzte Wegzugsteuer in sieben gleichen Jahresraten gezahlt werden. Der Wortlaut von § 6 Abs. 4 AStG ist eindeutig: Die Steuer kann "in sieben gleichen Jahresraten entrichtet werden". Dem Antrag wird in der Regel nur gegen Sicherheitsleistung stattgegeben. Die erste Rate ist innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe des Steuerbescheids fällig. Die übrigen Raten werden jeweils am 31. Juli der Folgejahre fällig. Von einem Fünfjahresplan oder vorgezogenen Zahlungen steht in der Vorschrift nichts.

Die Jahresraten sind zinsfrei

Derselbe Absatz erledigt das in einem Satz: "Die Jahresraten sind nicht zu verzinsen." Die Raten werden nicht verzinst. Die Zinslast, die viele Ratgeber einplanen lassen, existiert also nicht, solange die Raten pünktlich gezahlt werden.

Zinsen entstehen nur in einem engen Fall. Wer unter die Rückkehrregelung unten fällt und auf die Leistung der Jahresraten verzichtet, zahlt für die Dauer des Zahlungsaufschubs Stundungszinsen in entsprechender Anwendung des § 234 AO.

Die siebenjährige Rückkehrregelung

Beruht der Wegzug auf einer nur vorübergehenden Abwesenheit und werden Sie innerhalb von sieben Jahren wieder unbeschränkt steuerpflichtig, entfällt der Steueranspruch. Drei Bedingungen hängen daran. Die Anteile dürfen zwischenzeitlich weder veräußert noch übertragen noch in ein Betriebsvermögen eingelegt worden sein. Ausschüttungen dürfen ein Viertel des Werts am Wegzugstag nicht überschritten haben. Und das deutsche Besteuerungsrecht an einem späteren Verkauf muss im selben Umfang wieder bestehen. Auf Antrag kann das Finanzamt die sieben Jahre um höchstens fünf weitere verlängern, wenn die Rückkehrabsicht unverändert fortbesteht.

Die verbreitete Behauptung, man müsse den vorübergehenden Charakter des Wegzugs von Anfang an belegen, steht gegen die Rechtsprechung. Der Bundesfinanzhof hat in seinem Urteil vom 21. Dezember 2022, I R 55/19 entschieden, dass das Merkmal der nur vorübergehenden Abwesenheit unabhängig von einer Rückkehrabsicht erfüllt ist, wenn der Steuerpflichtige innerhalb der gesetzlichen Frist wieder unbeschränkt steuerpflichtig wird. Das Urteil erging zur früheren Fünfjahresfassung. Heute sind es sieben Jahre. Der entschiedene Fall war im Übrigen ein Wegzug in die VAE.

Die Wegzugstatbestände, die das Gesetz aufzählt

§ 6 Abs. 1 AStG nennt drei Vorgänge, die einer Veräußerung zum gemeinen Wert gleichstehen:

  1. die Beendigung der unbeschränkten Steuerpflicht durch Aufgabe des Wohnsitzes oder des gewöhnlichen Aufenthalts
  2. die unentgeltliche Übertragung auf eine nicht unbeschränkt steuerpflichtige Person
  3. jeder sonstige Ausschluss oder jede Beschränkung des deutschen Besteuerungsrechts am Veräußerungsgewinn

Eine 183-Tage-Schwelle steht dort nicht. Ein langer Auslandsaufenthalt zählt nur, soweit er Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt nach §§ 8 und 9 AO beendet. Das ist der erste der drei Tatbestände, kein eigener.

Sicherheitsleistung und jährliche Mitteilungspflicht

Dem Antrag auf Ratenzahlung wird nach dem Gesetzeswortlaut "in der Regel nur gegen Sicherheitsleistung" stattgegeben. Was als Sicherheit taugt, regelt § 6 AStG nicht. Das richtet sich nach den allgemeinen Vorschriften, insbesondere § 241 AO: Hinterlegung von Zahlungsmitteln, Verpfändung geeigneter Wertpapiere und Spareinlagen, erstrangige Hypotheken an inländischen Grundstücken sowie die Bürgschaft eines tauglichen Steuerbürgen nach § 244 AO.

Dazu kommt eine laufende Pflicht. Einmal jährlich, bis zum 31. Juli, teilen Sie dem Finanzamt Ihre aktuelle Anschrift mit und bestätigen, dass die Anteile Ihnen weiterhin zuzurechnen sind. Getrennt davon melden Sie innerhalb eines Monats jedes Ereignis, das den Restbetrag fällig stellt. Die noch offene Steuer wird binnen eines Monats fällig, wenn eine Jahresrate ausbleibt, die Mitwirkungspflichten verletzt werden, Insolvenz angemeldet wird, die Anteile veräußert oder übertragen werden oder Ausschüttungen über einem Viertel des Wegzugswerts erfolgen.

Fondsanteile sind seit 2025 erfasst

Eine echte Ausweitung wird leicht übersehen, weil sie nicht im AStG steht. Seit 2025 werden privat gehaltene Investmentfondsanteile beim Wegzug genauso behandelt. § 19 Abs. 3 InvStG erfasst sie, wenn Sie innerhalb der letzten fünf Jahre mindestens 1 % der ausgegebenen Anteile gehalten haben oder wenn die gehaltenen Anteile Anschaffungskosten von mindestens 500.000 Euro haben. Auch ein reines ETF-Depot kann damit eine Wegzugsteuer auslösen, ganz ohne GmbH-Anteile.

Wo Dubai in dieser Rechnung wirklich steht

Dubai ist seit Jahren eines der attraktivsten Ziele für DACH-Gründer: 0 % persönliche Einkommensteuer, 9 % Körperschaftsteuer als Obergrenze, und Visa-Pfade über Firmengründung oder Immobilieninvestition. Die VAE sind weder EU- noch EWR-Staat. Jahrelang entschied genau dieser Umstand das Ergebnis, weil Wegzügler in die EU und den EWR unbefristet und zinsfrei bis zum tatsächlichen Verkauf stunden konnten, während alle anderen zahlen mussten.

Dieser Unterschied ist weg. Das ATAD-Umsetzungsgesetz hat die unbefristete EU- und EWR-Stundung mit Wirkung ab 2022 gestrichen. § 6 Abs. 4 AStG unterscheidet heute überhaupt nicht mehr zwischen einem Wegzug in die EU und einem Wegzug in einen Drittstaat. Wer nach Dubai zieht, beantragt dieselben sieben zinsfreien Jahresraten wie jemand, der nach Wien zieht.

Anders ist beim Wegzug nach Dubai die Abkommenslage, nicht der Zahlungsplan. Das deutsche Doppelbesteuerungsabkommen mit den VAE ist Ende 2021 ausgelaufen, ein Nachfolgeabkommen gibt es nicht. Was das praktisch bedeutet, steht in unserem Beitrag zum ausgelaufenen Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und den VAE.

Beispielrechnung zur Wegzugsbesteuerung 2026

Angenommen, ein Gründer hält 100 % einer GmbH. Anschaffungskosten: 25.000 Euro (ursprüngliches Stammkapital). Gemeiner Wert am Wegzugstag: 5.000.000 Euro.

Position Betrag
Gemeiner Wert 5.000.000 EUR
Anschaffungskosten 25.000 EUR
Fiktiver Veräußerungsgewinn 4.975.000 EUR
Steuerpflichtiger Anteil (60 % Teileinkünfte) 2.985.000 EUR
Effektive Steuer (ca. 45 % plus Soli) ca. 1.350.000 EUR

Diese 1,35 Millionen Euro werden am Tag der Abmeldung aus Deutschland festgesetzt. Auf Antrag werden sie in sieben gleichen Jahresraten von rund 193.000 Euro gezahlt, ohne Zinsen. Die erste Rate ist innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe des Bescheids fällig, die übrigen jeweils am 31. Juli der Folgejahre. Die Forderung ist real, das Geld hinter den Anteilen ist es nicht, weil kein einziger Anteil tatsächlich verkauft wurde.

Genau hier liegt das Kernproblem: Die Steuer kommt vor der Liquidität.

Planungsschritte vor dem Umzug

1. Unternehmensbewertung vor der Abmeldung

Beauftragen Sie vor der Abmeldung ein belastbares, dokumentiertes Bewertungsgutachten durch einen qualifizierten Wirtschaftsprüfer. Das Finanzamt wird schwache Bewertungen angreifen und eine eigene, in der Regel höhere, ansetzen. Ein konservatives, gut begründetes Bewertungsgutachten ist das zentrale Dokument jeder § 6 AStG-Erklärung. Bei unregelmäßigen Erträgen bietet sich ein IDW-S1-Gutachten oder ein DCF-Modell mit klar ausgewiesenen Annahmen an.

2. Umstrukturierung vor, nicht nach dem Wegzug

Optionen, die vor dem Wechsel der Steuerpflicht umgesetzt werden müssen:

  • Übertragung von Minderheitsbeteiligungen auf Familienmitglieder, die bereits in Dubai oder einer anderen geeigneten Jurisdiktion ansässig sind, um die eigene Beteiligungsquote zu senken
  • Umwandlung der Kapitalgesellschaft in eine Personengesellschaft (KG oder GmbH & Co. KG), bei der § 6 AStG auf die Beteiligung selbst nicht in gleicher Weise greift (andere Regeln bleiben bestehen)
  • Teilverkauf an ein Mitarbeiterbeteiligungsmodell oder an einen externen Investor vor dem Wegzug, was echten Veräußerungsgewinn auslöst (ebenfalls steuerpflichtig, aber wenigstens liquiditätsgedeckt)

Jede dieser Optionen hat eigene Fallstricke im Rahmen der Missbrauchsregeln des § 42 AO. Keine davon ist eine einfache Formalität.

3. Zeitpunkt des Wegzugs bewusst setzen

Wenn die GmbH kurz vor einer großen Provisionszahlung, einem Großauftrag oder einer Kapitalerhöhung steht, wird das den Unternehmenswert heben. Ein Wegzug nach einem solchen Ereignis führt zu einer höheren Bemessungsgrundlage. Ein Wegzug rechtzeitig davor kann, bei sauberer Dokumentation und ohne den Eindruck gezielter Steuerumgehung, vertretbar sein.

4. Dubai-Struktur vor dem Wegzug aufsetzen

Eine Holding in Dubai, eine Mainland-LLC oder eine Freezone-Gesellschaft braucht Wochen bis zur Einrichtung. Wer sich in Deutschland abmeldet, ohne dass die Zielstruktur steht, öffnet ein Fenster, in dem die deutschen Anteile in der Luft hängen und die Auffangstruktur fehlt. Unser Leitfaden zur Firmengründung in Dubai: Kosten und Schritte 2026 führt durch den Ablauf.

5. Sicherheitsleistung für die Ratenzahlung vorbereiten

Die Ratenzahlung wird in der Regel nur gegen Sicherheitsleistung gewährt. Was Sie stellen können, gehört deshalb vor den Umzug geklärt. Die allgemeine Aufzählung in § 241 AO umfasst die Hinterlegung von Zahlungsmitteln beim Finanzamt, die Verpfändung geeigneter Wertpapiere und Spareinlagen, erstrangige Hypotheken an inländischen Grundstücken und die Bürgschaft eines tauglichen Steuerbürgen.

Ob ein konkreter Vermögenswert anerkannt wird, entscheidet Ihr Finanzamt im Einzelfall. Lassen Sie sich das schriftlich geben, statt es anzunehmen. Wird keine taugliche Sicherheit gestellt, kann der Antrag abgelehnt werden, und die gesamte Steuer ist zu einem einzigen Termin fällig.

6. Koordination mit dem Dubai-Aufenthaltstitel

Ein Golden Visa der VAE, ein Investorenvisum oder eine Mainland-Lizenz ändern die Wegzugsbesteuerung 2026 nicht direkt, können aber den Charakter des Umzugs als dauerhaft und ernsthaft untermauern. Das zählt bei späteren Einwänden des Finanzamts, das einen kurzzeitigen Aufenthalt als Scheinwohnsitz einstufen könnte. Wer sich mit den Visa-Optionen beschäftigt, findet in unserem Leitfaden zum Dubai Golden Visa 2026 die Kriterien.

Typische Fehler, die die Steuerlast erhöhen

  • Abmeldung in Deutschland, bevor die Dubai-Struktur oder die Aufenthaltsgenehmigung bestätigt sind (schafft eine Lücke in der Steuerpflicht)
  • Zinsen auf die Raten oder einen Fünfjahresplan einkalkulieren, obwohl es beides im Gesetz nicht gibt
  • Die Rückkehrregelung enger einschätzen als sie ist und sie abschreiben, ohne das Siebenjahresfenster zu prüfen
  • Annehmen, ein bestimmter Vermögenswert werde als Sicherheit akzeptiert, ohne beim Finanzamt nachzufragen
  • Die jährliche Mitteilung zum 31. Juli oder eine einzelne Jahresrate versäumen, wodurch der gesamte Restbetrag binnen eines Monats fällig wird
  • Verlass auf eine Eigenbewertung statt auf ein zertifiziertes Gutachten
  • Unbeachtung, dass Umwandlungen in Personengesellschaften eigene steuerliche Pendants unter § 16 EStG haben
  • Umzug ohne finale schriftliche Einschätzung eines deutschen Steuerberaters zum konkreten Sachverhalt

Zusammenspiel mit dem Steuersystem in Dubai

Dubai erhebt keine persönliche Einkommensteuer auf Kapitalgewinne, was den Umzug überhaupt attraktiv macht. Die Körperschaftsteuer der VAE beträgt 9 % auf Gewinne oberhalb von 375.000 AED, wobei Freezone-Gesellschaften unter bestimmten Voraussetzungen 0 % auf qualifizierendes Einkommen erreichen. All das hilft aber nicht gegen die deutsche Wegzugsteuer selbst. Diese Forderung wird mit dem deutschen Finanzamt abgewickelt, in Euro, nach deutschem Kalender. Dubai liefert lediglich das steuerfreie Umfeld, in dem die Anteile ab dem Wegzugstag stehen. Für das vollständige Bild der steuerlichen VAE-Seite siehe unseren Leitfaden zu Steuern in Dubai für deutsche Expats.

Wann die Rechnung trotzdem aufgeht

Auch mit der voll gezahlten Wegzugsteuer kann ein Dubai-Umzug per Saldo lohnend sein, wenn die Gesellschaft erhebliche zukünftige Erträge abwirft, die sonst deutscher Besteuerung unterlägen. Eine einmalige Wegzugsteuer von 1 bis 2 Millionen Euro steht dann 20 Jahren Erträgen gegenüber, die in Deutschland mit einer kombinierten Belastung aus Körperschaft- und persönlicher Steuer Richtung 45 bis 48 % gelaufen wären. Die Rechnung hängt ab von:

  • den erwarteten Erträgen der Gesellschaft nach dem Umzug
  • dem geplanten Dividenden- oder Verkaufspfad
  • der geplanten Aufenthaltsdauer in Dubai
  • der Frage, ob die Gesellschaft realistisch abgewickelt und neu aufgesetzt werden kann statt übertragen

Für die meisten Gründer im Bewertungsbereich von 5 bis 50 Millionen Euro liegt der Break-even zwischen Wegzug und Bleiben bei drei bis sieben Jahren an Nach-Wegzugs-Erträgen. Darunter ist die Wegzugsteuer die bestimmende Größe in der Entscheidung. Darüber rechnet sich Dubai weiterhin.

Was Sie jetzt tun sollten

Die Wegzugsbesteuerung 2026 ist planbar, aber nicht mit einem Wochenende Recherche. Jeder Gründer oberhalb der Beteiligungsschwelle sollte den Wegzugsplan mit einem in § 6 AStG erfahrenen Steuerberater aufbauen, flankiert von einem VAE-seitigen Berater, der Residenz- und Strukturoptionen versteht. START's Erstberatung umfasst eine strukturierte Aufnahme der Wegzugsbild-Situation als Teil des kompletten Dubai-Setups: Firmengründung, Aufenthalt, Banking, und die Reihenfolge, die den Umzug sauber hält. Kontaktieren Sie START für eine kostenlose Beratung.